Inklusion

Wer Kirche leitet, gestaltet Gemeinschaft – und diese Gemeinschaft ist nur dann glaubwürdig, wenn alle Menschen darin ihren Platz haben. Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf selbstbestimmte Teilhabe – auch und gerade in der Kirche. Das bedeutet: Sie sollen mitreden, mitgestalten und mitentscheiden und ihre Gaben, Erfahrungen und Bedürfnisse einbringen.

Menschen mit Behinderung werden oft als „hilfsbedürftig“ wahrgenommen. Doch Behinderung bedeutet nicht automatisch Abhängigkeit.

Inklusion bedeutet:

  • Menschen mit Behinderung leiten Gruppen,
  • sitzen in kirchlichen Gremien,
  • übernehmen Verantwortung,
  • gestalten Kirche gleichberechtigt mit.

Die Bibel selbst erzählt von Menschen mit Einschränkungen, die dennoch große Verantwortung tragen. Wie zum Beispiel Mose im Alten Testament.

Mose stottert vielleicht*:

„Ich habe noch nie gut reden können. Mein Mund ist unbeholfen, und meine Zunge ist schwer.“ (Exodus 4,10)

Mose ist eine zentrale Figur in der Bibel, doch wird selten erwähnt, dass er eine Sprachbehinderung hatte. Trotz dieser Einschränkung beruft Gott Mose dazu, das Volk Israel zu führen. In der Bibel ist das keine Ausnahme – sondern eine wiederkehrende Botschaft: Jeder Mensch zählt. Und jede Stimme auch.

Inklusion ist nicht immer bequem, aber sie bringt uns weiter. Sie ermöglicht neue Perspektiven und bewirkt Veränderungen. Inklusion ist ein Menschenrecht. (UN-Behindertenrechtskonvention.) Sie macht Kirche gerechter, vielfältiger und menschlicher.

(*Diese Thesen sind übernommen  aus dem Text „Mose stottert, Gott fährt Rollstuhl“ von  Marie Hecke und Julia Watts Belser (2024) entnommen.)

Die Kirche hat den Auftrag, Inklusion nicht nur mitzudenken, sondern konkret umzusetzen. Dazu gehören:

Nicht nur bauliche Hindernisse zählen. Auch Sprache, Strukturen oder unausgesprochene Erwartungen können ausschließen. Hören Sie genau hin, was Menschen brauchen – nicht, was andere für sie brauchen.

Inklusion zeigt sich in der Atmosphäre: Wird Vielfalt wertgeschätzt? Können Menschen sagen, was sie brauchen? Fühlen sie sich sicher? Es geht um Zugehörigkeit, nicht nur um Zugang.

Inklusion heißt: Menschen mit Behinderung sind nicht Gäste, sondern Mitgestalter:innen. Sie leiten Gruppen, treffen Entscheidungen, übernehmen Verantwortung – in Gremien, Projekten und im Alltag der Gemeinde.

Inklusion passiert nicht von allein, sondern braucht konkrete Schritte und beginnt mit der Frage: Was brauchen wir, damit alle wirklich teilhaben können – nicht nur dabei sind, sondern mitgestalten? Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) empfiehlt Kirchengemeinden, Aktionspläne für Inklusion zu erstellen. Damit wird Inklusion strukturell verankert – nicht nur als Haltung, sondern als gelebte Praxis.

Arbeitshilfen und Vorlagen

Aktionsplan der Ev. Jugend in der EKBO (EJBO)

EKBO inklusiv- Unsere Kirche auf dem Weg zur Inklusion


Inklusion – Teilhabe ist ein Menschenrecht (Text in einfacher Sprache)

Jeder Mensch darf mitmachen – auch in der Kirche

Alle Menschen haben Rechte.
Ein Recht heißt zum Beispiel:
Ich darf dabei sein und mitmachen.
Auch in der Kirche.

In der Bibel gibt es viele wichtige Personen.
Eine davon ist Mose.
Er sagt zu Gott:

„Ich kann nicht gut reden.“ (2. Mose 4,10)

In der Kirche wird selten darüber gesprochen,
dass Mose eine Behinderung hatte.

Inklusion heißt:
Alle Menschen dürfen mitmachen.
Egal, ob sie eine Behinderung haben oder nicht.

Menschen mit Behinderung wollen:

  • ernst genommen werden,
  • selbst entscheiden,
  • mitreden,
  • mitarbeiten.

Warum ist das wichtig?

Viele Menschen denken:
Menschen mit Behinderung brauchen immer Hilfe.
Aber das stimmt nicht.

Nicht alle Menschen mit Behinderung sind hilfsbedürftig.
Viele können sehr viel selbst.
Sie möchten mitentscheiden.
Sie möchten Verantwortung übernehmen.
Auch in der Kirche.

Was können Gemeinde-Kirchen-Räte tun?

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) empfiehlt:
Gemeinden sollen einen Aktionsplan für Inklusion schreiben.

Ein Aktionsplan zeigt:

Was wollen wir tun, damit alle mitmachen können?

Wo finde ich Hilfe?

Weitere Informationen finden Gemeinde-Kirchen-Räte hier:
Infos zum Aktionsplan Inklusion bei der EKD


Beratung zum Thema Behinderung

Alles zu Aktionsplänen Inklusion

Texte und Infos von der aej

Texte zur theologischen Begründung für Inklusion

Weiterer Text zum Thema Inklusion

Amt für kirchliche Dienst (AKD) – Studienleiter:in für Inklusion
Referat 2.1 I Theologische Grundsatzfragen