GKR-Sitzung

Die Sitzungen des Gemeindekirchenrats (GKR) sind das Herzstück der Gemeindeleitung. Hier werden nicht nur Beschlüsse gefasst, sondern die wichtigen Themen der Gemeinde bewegt: Gottesdienste und Feste, Bau- und Finanzfragen, das Miteinander von Beruflichen und Ehrenamtlichen, die Zukunft der Gemeinde (Grundordnung Art. 15 Abs. 2). In den Sitzungen werden Prozesse angestoßen, begleitet und Entscheidungen getroffen, die das Gemeindeleben ganz konkret prägen. Damit dies gelingt, braucht es eine klare Struktur und gute Vorbereitung.

In der Regel trifft sich der GKR einmal im Monat. Jede Sitzung ist geistlich gerahmt: Sie beginnt mit einem Schriftwort und Gebet und endet mit dem Segen (Art. 23 GO). Damit Konzentration und Beteiligung gewahrt bleiben, sollte die Dauer zwei bis drei Stunden nicht überschreiten.

Eine gute Sitzung lebt von gründlicher Vorbereitung. Dazu gehören:

  • eine Jahresplanung mit vorausschauender Themenverteilung (z. B. in einer Klausurtagung),
  • eine Tagesordnung mit klarer Gliederung (Einstieg – Mitte – Schluss),
  • Erläuterungen zu den Themen mit Ansprechpartner:innen und Zielsetzung,
  • rechtzeitig verschickte Unterlagen (z. B. Haushaltsplan, Verträge).
  • Einstieg: Andacht und ein leichter Tagesordnungspunkt
  • Hauptteil: Zwei bis drei zentrale Themen
  • Abschluss: Kürzere Punkte und eine Schlussrunde

Die Tagesordnung wird in der Regel von der oder dem Vorsitzenden (oft mit Stellvertretung) erstellt. Sie gibt Orientierung und ermöglicht, sich gezielt vorzubereiten.

Die Sitzungsleitung liegt beim Vorsitz, kann aber auch delegiert werden – etwa wenn die Person selbst inhaltlich stärker mitdiskutieren möchte.

Die Gesprächsleitung achtet auf Zeit und Redeliste, führt in die Themen ein, strukturiert die Diskussion und sorgt für ein gutes Klima. Sie bringt Vielredner:innen in Balance, bindet Stillere ein und formuliert am Ende klare Beschlussvorschläge oder Vereinbarungen.

Entscheidungen können durch Abstimmung, Kompromiss oder Konsens getroffen werden. Klare Beschlussvorlagen sparen Zeit und enthalten Angaben zu Inhalt, Rechtsgrundlage sowie ggf. Geld, Personal und Zuständigkeit. Vorbereitende Teams können diese bereits im Vorfeld erarbeiten.

Ein gutes Protokoll hält Informationen, Diskussionsergebnisse und Beschlüsse fest. Es benennt Fristen und Verantwortliche und wird zeitnah erstellt, damit auch Abwesende informiert sind.

Für die Umsetzung der Beschlüsse sorgt die oder der Vorsitzende nicht unbedingt selbst, aber indem sie oder er die Einhaltung im Blick behält. Hilfreich ist eine Checkliste.


Die Plattform ehrenamt-ev.de richtet sich gezielt an Personen, die sich in kirchlichen Gremien wie den Gemeindekirchenräten engagieren oder dies anstreben. Sie bietet praxisorientierte Lernmodule, die sowohl für erfahrene Ehrenamtliche als auch für Neueinsteiger:innen von Bedeutung sind. Unter anderem finden sich hier wichtige Tipps, wie Gremiensitzungen vor- und nachbereitet werden können.