Ehrenamtliche Mitarbeiter:innen

Ohne Ehrenamt geht es nicht. Viele Aufgaben in der Gemeinde leben davon, dass Menschen sich freiwillig engagieren. Der Gemeindekirchenrat (GKR) hat dabei die Aufgabe Menschen zu gewinnen, gut zu begleiten und wertzuschätzen.

Der GKR hat laut Grundordnung (Art. 15) den Auftrag, das Ehrenamt in der Gemeinde aktiv zu gestalten und zu fördern. Die folgenden Punkte benennen konkrete Handlungsaufgaben, die sich daraus ergeben. Sie zeigen, was notwendig ist, um Ehrenamtliche gut zu begleiten und faire Bedingungen zu schaffen

Engagement im Blick behalten
  • Regelmäßig fragen: Wo steht das Ehrenamt bei uns? Wer ist aktiv? Wer braucht Unterstützung? Wo gibt es Überlastung?
  • Wer könnte noch angesprochen werden?

Nur wenn die Bedingungen fair und gut gestaltet sind, fühlen sich Ehrenamtliche wohl und bleiben engagiert. Der GKR oder ein Ausschuss sollte deshalb regelmäßig prüfen, wie es dem Ehrenamt in der Gemeinde geht und ob Unterstützung oder Anpassungen nötig sind.

Geld einplanen
  • Für Fortbildung, Material, Fahrtkosten und Öffentlichkeitsarbeit sollte Geld im Haushalt vorgesehen sein.

Ehrenamtliches Engagement ist wertvoll und verdient Anerkennung – auch durch praktische Unterstützung. Die Gemeinde sollte dafür ausreichend Mittel einplanen und einfache Verfahren zur Erstattung anbieten. Wer sich engagiert, soll sich dabei gut begleitet und fair behandelt fühlen. „Ehrenamtliche haben ein Recht auf Fortbildung und Auslagenersatz“ (Art. 29 Abs. 3 GO).

Ansprechperson benennen
  • Ehrenamtliche brauchen eine verlässliche Kontaktperson. Das kann auch ein Ehrenamtsteam oder eine beauftragte Person sein.

Ehrenamtliche haben das Recht auf eine feste Ansprechperson, die begleitet, unterstützt und erreichbar ist. Der GKR sollte prüfen, wie das in der eigenen Gemeinde gut gelingen kann – zum Beispiel durch eine ehrenamtlich oder berufliche beauftragte Koordinationsperson.

Klare Absprachen treffen
  • Vor Beginn eines Engagements muss geklärt sein: Was ist die Aufgabe, wie lange, wer unterstützt.
  • Auch Themen wie Versicherung, Schweigepflicht, Fortbildung sollten besprochen werden.

Wenn es keine feste Ansprechperson gibt, ist der GKR verantwortlich für die Übersicht über das Ehrenamt in der Gemeinde und das Wohlergehen der Ehrenamtlichen. Ehrenamtliche und Kirchengemeinde müssen wissen, worauf sie sich einlassen oder auch nicht einlassen (wollen).

Kosten erstatten
  • Auslagen (Fahrt, Material) sollten unkompliziert erstattet werden.

Wer Zeit schenkt, soll nicht draufzahlen. Ehrenamtliche haben Anspruch auf Auslagenerstattung – die Gemeinde sollte selbstverständlich die Kostenerstattung anbieten und für ein transparentes, wenig aufwändiges Verfahren sorgen. So zeigt die Gemeinde Wertschätzung und sorgt für Fairness. In den Leitlinien für das Ehrenamt in der EKBO von 2017 heißt es: „Sachmittel sowie die vorab zu beantragende Erstattung von Auslagen werden gewährleistet, wenn entsprechende Haushaltsmittel vorhanden sind. Dazu kann auch familienbezogener oder Assistenz-Bedarf gehören. In den Haushaltsplänen auf Gemeinde- und Kirchenkreisebene sind Mittel bereitzustellen.“

Nachweise ausstellen
  • Wer möchte, kann eine Bescheinigung bekommen: Was wurde gemacht, wie lange, mit welcher Verantwortung?

Auf Wunsch sollte die Gemeinde einen Nachweis über die Tätigkeit ausstellen. Ein schriftlicher Nachweis zeigt, was Ehrenamtliche geleistet haben. Er ist hilfreich für Bewerbungen oder berufliche Orientierung und dokumentiert Aufgaben, Zeitumfang und besondere Fähigkeiten.

Fortbildung ermöglichen
  • Ehrenamtliche brauchen Angebote zur Weiterbildung – für sich selbst und für die Qualität der Arbeit.
  • Auch GKR-Mitglieder können Fortbildungen nutzen.

Regelmäßige Fortbildungen stärken Wissen, Motivation und Qualität. Sie zeigen: Engagement ist wichtig und wird ernst genommen. Der GKR sollte darauf achten, dass passende Angebote gemacht und finanziert werden. Auch GKR-Mitglieder können Fortbildungen nutzen. Fahrt- und Teilnahmekosten können in der Regel übernommen werden. Beratung und Kurse gibt es beim AKD: akd-ekbo.de.

Wertschätzen und beteiligen
  • Ein Dank ist wichtig: z. B. bei Festen, durch Erwähnung oder Karten.
  • Ehrenamtliche sollten mitreden dürfen, wenn es um ihr Arbeitsfeld geht.

Ehrenamt ist unbezahlbar – umso wichtiger ist echte Wertschätzung. Dazu gehören Dank, Ehrungen, Aufmerksamkeit zu Jubiläen oder öffentliche Würdigung, z. B. einmal im Jahr. Ebenso wichtig: Ehrenamtliche sollten mitentscheiden können, wie sich ihr Bereich entwickelt. Wer Verantwortung trägt, will auch Gehör finden.

Neue gewinnen und gut begleiten
  • Der GKR soll Menschen ermutigen, ihre Gaben einzubringen, und Unterstützung bieten.

Ehrenamt geschieht nicht von selbst. Der GKR sollte aktiv Menschen ansprechen, begleiten und gute Bedingungen schaffen. Dabei hilft eine Ehrenamtskoordination, die Engagement sichtbar macht und unterstützt.

Ehrenamt koordinieren

Ehrenamt braucht Planung und Unterstützung. Eine beauftragte Person oder ein Team kann helfen:

  • Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen,
  • passende Aufgaben zu vermitteln,
  • Fortbildungen zu organisieren.

Das Amt für kirchliche Dienste (AKD) bietet dazu Kurse und Beratung: akd-ekbo.de/ehrenamt

Ehrenamt ist vielfältig. Unterschiedliche Formen brauchen unterschiedliche Begleitung und Unterstützung:

  • projektbezogen: Kurzzeit-Einsätze bei bestimmten Aktionen oder Veranstaltungen
  • langfristig: regelmäßige Aufgabe über Jahre, z. B. Blumenschmuck oder Besuchsdienst
  • zeitlich begrenzt: für eine Lebensphase oder mit Blick auf persönliche Entwicklung

Ehrenamt bedeutet immer:

  • freiwillig
  • im Sinne des Gemeinwohls
  • gemeinschaftlich
  • öffentlich organisiert
  • unentgeltlich (davon ausgenommen ist die Erstattung von Auslagen nach Absprache oder pauschaliert.)

Die Ehrenamtspauschale und die Übungsleitendenpauschale sind eine Aufwandsentschädigung in diesem Rahmen.

Leitlinien Ehrenamt EKBO (PDF)
Praxishilfe Ehrenamt

Freiwilligenagentur Charisma
Kollekte Ehrenamt im ländlichen Raum

Fortbildungsrichtlinie
Versicherungsschutz für Ehrenamtliche (PDF)

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Arbeitsschwerpunkt Ehrenamt I Studienleitung