Das Gemeindebüro / die Küsterei

Das Gemeindebüro ist die zentrale Anlaufstelle für Gemeindeglieder, beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende, Fragende, Hilfesuchende und Bedürftige. Hier werden Anmeldungen für Amtshandlungen angenommen, die Kirchenbücher geführt. Gemeindeglieder bekommen hier Patenscheine, Dimmisiorale, Spendenbescheinigungen ausgestellt. Hier wird die Barkasse der Gemeinde verwaltet, das heißt die Kollekten nachgezählt, Spenden und Gemeindekirchgeld entgegengenommen. Auslagen der Mitarbeitenden werden ausgezahlt und am Ende des Monats mit dem Kirchlichen Verwaltungsamt (KVA) abgerechnet. Hier kommt die Post, wie auch die Dienstpost an. Sie wird ins Postbuch eingetragen, bearbeitet bzw. weiter verteilt. Hier werden die Akten geführt und abgelegt.

Von hier wird die Nutzung der Gemeinderäume koordiniert bzw. korrigiert, damit es nicht zu Doppelbelegungen kommt. Vom Gemeindebüro aus werden Büromaterialen bestellt. Ebenso wird oft dafür Sorge getragen, dass für den Gottesdienst, Abendmahlswein, Hostien, Kerzen etc. immer vorrätig sind.

Informationen über Gemeindeleben werden dem Redaktionsteam des Gemeindebriefes, den Verantwortlichen für die Gemeindehomepage zugearbeitet. Für das Versenden von Einladungen, Begrüßung von Neuzugezogenen und dem Versenden von Geburtstagsgrüßen werden die Daten aus dem Meldewesen ausgewertet und weiterverarbeitet. Ehrenamtliche Mitarbeiter, wie Kirchdienst, Lektorendienst, Gemeindebriefausträger_innen … werden oft vom Gemeindebüro aus koordiniert.

Um all das leisten zu können, sind die Mitarbeiterinnen gut qualifiziert. Sie müssen die gängigen Computerprogramme beherrschen, ebenso wie die gemeindespezifischen, z. B. das Meldewesen und in vielen Gemeinden auch das Buchhaltungsprogramm des jeweiligen KVA. Oft bilden sie sich persönlich weiter in: Aktenführung und Registratur, Gesprächsführung und Seelsorge. Eine gute Grundlage für die Arbeit im Gemeindebüro ist der Küstereilehrgang, der jährlich vom AKD angeboten wird.

Angestellt sind die Mitarbeiterinnen meist in Teilzeit oder auch oft auf Minijobbasis. Vollzeitstellen sind meist auf mehrere Gemeinden verteilt. Eine besondere Form der Küsterei ist die Zentralküsterei. Diese ist für mehrere Gemeinden zuständig, die fusioniert sind oder die einen Sprengel gebildet haben. In den ländlichen Gebieten wird die Arbeit oft von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen geleistet, oder mit einem so gingen Stellenanteil, dass anfallende Arbeiten nicht geschafft werden.

Dieser Beitrag wurde verfasst von Stefani Jacoangeli, Martina Walker.

Stefani Jacoangeli, Küsterin, Evangelische Johann-Sebastian-Bach Kirchengemeinde Berlin
Martina Walker, Küsterin, Hoffnungs-Kirchengemeinde Berlin-Pankow

(Stand 2016 (übernommen von 2013))